1. Landesverbandmeisterschaft der Rettungshunde in Berlin-Brandenburg 2014


Am 08.-09.11.2014 wurde die 1. DVG Landesmeisterschaft Berlin-Brandenburg im Rettungshunde­sport ausgetragen. Den Bedürfnissen all unserer Sportler in dieser in unserem Verband noch recht jungen Sportart gerecht zu werden, erfahrene Teams, Neulinge und Interessierte zusammen- und auf ihrem Weg weiterzubringen, war erklärtes Ziel dieser Landesverbandsveranstaltung.

Ob die Zeit bereits reif sei für solch eine Veranstaltung, wurde im Vorfeld durchaus gefragt, auch einige unserer erfahrenen Rettungshundeteams zögerten teilzunehmen und sahen sich die Prüfung lieber aus den Reihen der Zuschauer an. So wurde die Meisterschaft verbandsoffen ausgetragen. Neben sieben Meldungen aus unserem Landesverband nahmen eine weitere Starterin aus dem DVG und insgesamt sieben Teams aus dem BRH und den IRO-Mitgliedsorganisationen ASB Berlin und SMF teil.

Erfreulich regen Anklag fand die erste rein sportlich ausgerichtete Rettungshundeprüfung in unserer Region bei einem sehr interessierten, fachkundigen Publikum aus verschiedenen Vereinen unseres Verbandes, des Bundesverbandes für das Rettungshundewesens, des Vereins für Deutsche Schäferhunde, des Arbeiter-Samariter-Bundes, des Deutschen Roten Kreuzes und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft sowie unseren Gästen aus Norwegen und der Schweiz.

Auch für die aktive Unterstützung unserer LV-Meisterschaft waren sich die „traditionellen“ rettungshundeführenden Verbände nicht zu schade. Unser Dank gilt an dieser Stelle besonders den fleißigen Helfern aus dem BRH Wittstock, dem BRH Berlin, der DLRG Eberswalde und der SV OG Frohnau, die es ermöglicht haben, allen Teilnehmern fremde Versteckpersonen und damit möglichst gleichmäßige Bedingungen zu gewähren.

Das Spektrum der gezeigten Leistungen war groß und wurde in allen Bereichen wohlwollend verfolgt: Von der Wasserrettung über Fährten-, Flächen- und Trümmersuche bis zum Gehorsam und der Gewandtheit war alles zu sehen; auch die gezeigten Arbeitsausführungen boten ein großes Spektrum der Möglichkeiten: Verweisen und Apport in der Fährte sowie Verbellen und Bringseln in der Anzeige. So boten sich jede Menge Möglichkeiten, sich auszutauschen und Methoden zu vergleichen.

Volker Marx, Leistungsrichterobmann des Bundesverbandes für das Rettungshundewesen im VDH, schaffte den Spagat, bei aller Verschiedenheit des Angebotes eine Vergleichbarkeit zu finden, mit Bravour. Souverän und mit dem ihm eigenen Humor bewertete er die Teams mit Sachverstand und Herz und bescheinigte am Ende 13 der 15 gemeldeten Starter das Erreichen ihres Prüfungsziels.

Bester Newcomer

Christel Uskovic absolvierte mit ihrer Tammy als beste Starterin in dieser Prüfungsstufe erfolgreich die Eignungsprüfungen IPO-R FL E und IPO-R T E.


Beste Wasserprüfung

Raimund Seifert und sein Neufundländer Harley stellten sich der Überprüfung in der Sparte Wasserrettung IPO-R W A. Die für die Jahreszeit recht milden Temperaturen waren Glück für die tapferen Helfer, doch darüber hinaus war nichts dem Zufall überlassen. Das Team zeigte sich sehr gut vorbereitet und meisterte entsprechend sicher die gestellten Aufgaben.


Beste Fährtenprüfung

Renate Eberts und ihre Parson Russell Terrier Hündin Lara Croft vom Räuberschlag zeigten die beste Fährtenprüfung in der Stufe IPO-R F A.


Landesmeister Flächensuche

Als beste Teilnehmerin des Landesverbandes in IPO-R FL B und nur einen Punkt hinter dem Tagessieger erreichten Renate Eberts und ihre Parson Russell Terrier Hündin Lara Croft vom Räuberschlag ebenfalls den Titel Landesmeister Flächensuche.


Landesmeister Trümmersuche

Bestes Team des Landesverbandes in der Trümmersuche IPO-R T B und somit Landesmeister Trümmersuche wurden Detlef Kühn und sein Labrador Retriever Like‘ims Lord Bayron.


Prüfungssieger

So harmonisch wie das Miteinander der Teilnehmer war, so dicht lagen auch die gezeigten Leistungen der Rettungshundeteams aus allen Verbänden beieinander.

Den Preis für die beste Nasenarbeit durfte Michaela Beck (BRH) mit nach Hause nehmen, die mit ihrem Pudelpointer Arco vom Giebelwald 190 Punkte in der Flächensuche, Stufe B, erreichte.

Prüfungssieger wurden Rolf Häusermann (SMF) und sein Tervueren Dante de L‘ Arcane des Loups mit 283 Punkten (188 / 95) in IPO-R FL B knapp vor Renate Eberts (DVG BB) und Parson Russell Terrier Lara Croft vom Räuberschlag mit ebenfalls 283 Punkten (186 / 97) in IPO-R F A , der Deutschen Meisterin Michaela Beck (BRH) und Beauceron Kalinka von der Widenau mit 282 Punkten (186 / 96) in IPO-R FL B sowie Renate Eberts (DVG BB) und Parson Russell Terrier Lara Croft vom Räuberschlag mit ebenfalls 282 Punkten (185 / 97) in IPO-R FL B.


Herzlichen Glückwunsch!


R. Eberts,

OfRH

Leistungsrichteranwärterschulung beim VDH

 

Am Wochenende des dritten Advents lud der VDH Ausschuss für das Rettungshundewesens zu einer einführenden Leistungsrichteranwärterschulung für den Rettungshundesport in das Schulungs­zentrum Hemer des DVG ein. Insgesamt dreizehn erfahrene Rettungshundesportler und interessierte IPO-Leistungsrichter aus dem DVG und dem SV kamen zusammen.

Die beiden Referenten Detlef Kühn (DVG) und Walter Hoffmann (SV) boten einen grundlegenden Einblick in alle Sparten des Rettungshundesports Fährtensuche, Flächensuche, Trümmersuche, Lawinensuche, Wasserrettung und natürlich dazugehörend Unterordnung und Gewandtheit. Alle Anwesenden arbeiteten engagiert mit, so dass ein interessanter Dialog entstand und viele Parallelen, aber auch Unterschiede zum IPO-Sport und dem Diensthundewesen herausgearbeitet werden konnten.

Gerade in der Fährtensuche weicht die Bewertung einer dem Einsatzgedanken nachempfundenen IPO-R-Fährte deutlich von der einer FH-Sportfährte ab. Entscheidendes Kriterium ist das Auffinden und sichere Anzeigen des Fährtenlegers am Ende der Fährte, das mit bis zu 80 von 200 möglichen Punkten belohnt wird. Auch der Beginn der Fährte muss erst einmal in einem Ansatzfeld mit ID-Gegenstand erstöbert werden.

In der Flächensuche unterscheidet sich die dem Rettungshund gestellte Aufgabe von dem IPO-gerechtem Revieren durch den Anspruch, dass immer die Selbständigkeit und Suchintensität des Hundes im Auge behalten wird und so ein gehorsamslastiges Lenken und Leiten allein nicht zu einer Höchstbewertung führen kann.

In der Trümmersuche geht es darum, den Witterungsaustritt verschütteter Personen möglichst exakt zu lokalisieren. Hier blieb im Rahmen dieser einführenden Schulung leider nur die Zeit, wichtige Einflussfaktoren wie Temperaturgradienten, Wind, Strömungskanäle, Wirbelbildung etc. anzureißen. Dies bedeutet, dass sich der Witterungsaustritt innerhalb des Tagesverlaufs während einer Prüfung, aber auch innerhalb von Minuten deutlich verändern kann. Die Leistungsrichter sind gefordert, immer zu überprüfen, dass der Rettungshund den tatsächlichen Witterungsaustritt anzeigt und im Rahmen der Aufgabenstellung anzeigen kann.

Für alle diese Prüfungssparten gilt, dass die Anzeige wohl drangvoll und zielgerichtet erfolgen soll, die aufgefundene Person jedoch keinesfalls belästigt werden oder sich belästigt fühlen darf. Zu massives oder gar in den Wehrbereich gleitendes Stellen ist somit fehlerhaft und die Motivation des Hundes bewertungsrelevant.

Lawinensuche und Wasserrettung sind Sparten des Rettungshundesports, die weitgehend saisonal und nicht flächendeckend angeboten werden. Nichtsdestotrotz ist auch hier Sorgfalt in Trainingsaufbau und Bewertung der geforderten Prüfungselemente geboten, so dass hier interessante Betätigungsfelder schlummern, die deutlich mehr Aufmerksamkeit verdienen, als ihnen derzeit zuteil wird.

Zur Bewertung der Unterordnung und Gewandtheit wurde zusammenfassend herausgearbeitet, dass im Rettungshundesport, der aufmerksame, jederzeit führige Rettungshund erwünscht ist, der die technischen Schwerpunkte der Teilübungen vollständig erfüllt, ohne seine Natürlichkeit im Bewegungsablauf einzubüßen. Damit unterscheidet sich das Idealbild hier deutlich vom IPO-Bereich: Übertriebene Bewegungen entsprechen keiner normalen Gangart und sind nicht effizient; die Möglichkeit, auf Außenreize zu reagieren und sich bewusst für die Mitarbeit mit dem Hundeführer zu entscheiden, ist beim Rettungshund erwünscht.

Insgesamt waren sich die Teilnehmer einig, dass der Anspruch des Rettungshundesports weitgehend dem des IPO-Sports gleichzusetzen sind und von der Anlage des Rettungshundes viele zuchtrelevante Eigenschaften verlangt. Die Anforderungen an seine Triebveranlagung und sein Wesenskostüm sind sehr hoch. In der Bewertung der gezeigten Leistungen spielt in allen Prüfungsphasen außerdem die Sozialverträglichkeit gegenüber Mensch und Hund eine erhebliche Rolle.

Aus dem freundlichen Miteinander zwischen den Verbänden, das im Rettungshundesport üblich, allgemein jedoch keineswegs selbstverständlich ist, wuchs der Wunsch, auch zukünftig Fortbildungen gemeinsam zu organisieren und so voneinander zu lernen und zu profitieren.

Wir hoffen, dass es nicht bei den gemeinsamen Schulungen bleiben wird, sondern die neuen Kontakte viele weitere gemeinsame Veranstaltungen in der Basis nach sich ziehen.

 

R. Eberts,

OfRH, LV Bln.-Bbg.