DVG Landesverbandsmeisterschaft THS 2026 Berlin-Brandenburg
Früher Vogel, schneller Hund Während ein Großteil Berlins am Samstagmorgen noch schlief, herrschte im Plänterwald bereits Hochbetrieb. Läufer, Hunde, Helfer und Leistungsrichter waren schon kurz nach 6 Uhr auf den Beinen, um die ersten Disziplinen der Landesverbandsmeisterschaft THS 2026 vorzubereiten. Die Liebe zum Turnierhundsport verlangt manchmal ungewöhnliche Opfer – in diesem Fall vor allem ein sehr frühes Aufstehen. Ob zu diesem Zeitpunkt bereits jeder seinen ersten Kaffee getrunken hatte, blieb allerdings eines der wenigen ungelösten Rätsel des Tages. Am 13. Juni 2026 trafen sich die Turnierhundsportlerinnen und Turnierhundsportler des DVG Landesverbandes Berlin-Brandenburg beim MV Neukölln-Kreuzberg e.V. in Berlin zur Landesverbandsmeisterschaft THS. Den Auftakt machten die Geländedisziplinen auf den Strecken im Plänterwald. Dort gingen die Canicross-Läuferinnen und -Läufer sowie die Teilnehmer des Sprint-Vierkampfes auf die Strecke. Anschließend verlagerte sich das Geschehen auf das Vereinsgelände des MV Neukölln-Kreuzberg, wo Gehorsam, Laufdisziplinen, Hindernislaufturnier und CSC ausgetragen wurden. Auch wenn die Wettervorhersage wiederholt Schauer angekündigt hatte, zeigte sich das Wetter den Sportlern gegenüber äußerst fair. Die Wettkämpfe konnten nahezu durchgehend trocken durchgeführt werden. Erst beim Abbau der CSC-Strecke wurden die Helfer von einem kurzen Regenschauer überrascht. Pünktlich zur Siegerehrung hatte Petrus jedoch wieder ein Einsehen. Dass sich die Landesmeisterschaft inzwischen zu einem sportlichen Höhepunkt im Landesverband entwickelt hat, zeigte sich bereits beim Blick auf die Starterliste. Zahlreiche Teilnehmer hatten sich in den vergangenen Jahren auf Bundesebene einen Namen gemacht, gleichzeitig drängte der Nachwuchs mit starken Leistungen nach vorne. Die Mischung aus Erfahrung, Ehrgeiz und Teamgeist sorgte für einen Wettkampftag auf bemerkenswert hohem Niveau. Im Canicross über die Kurzstrecke sicherten sich Philip Poganiatz mit Greta (AK 15m), Vivien Barth mit Ludwig (AK 19w), René Kanter mit Cappuccino (AK 35m) sowie Markus Weiß mit Tara (AK 61m) die Landesmeistertitel ihrer Altersklassen. Besonders beeindruckend war die Leistung von René Kanter und Cappuccino, die die rund zwei Kilometer lange Strecke in starken 5:44 Minuten absolvierten. Nach der verpassten BSP 2025 aufgrund eines kurzfristigen tierärztlichen Startverbotes für Cappuccino gelang dem Team damit ein eindrucksvolles sportliches Comeback.
Auf der Langstrecke über 5.000 Meter stellte sich Thomas Kühlmann mit Balu als einziger Starter der besonderen Herausforderung. Das Team bewältigte die Strecke in 26:28 Minuten und zeigte damit eindrucksvoll, dass Ausdauer und Durchhaltevermögen im Turnierhundsport ebenso ihren festen Platz haben wie Schnelligkeit und Präzision. Im Sprint-Vierkampf sicherten sich Jonas Baumann mit Sanko, Isabell Barz mit Noodles sowie Ines Kühne mit Nala die Landesmeistertitel ihrer Altersklassen. Für eine besonders bemerkenswerte Leistung sorgte Isabell Barz. Bei ihrem ersten Start im Sprint-Vierkampf überhaupt erkämpfte sie sich mit Noodles nicht nur den Landesmeistertitel in ihrer Altersklasse, sondern zugleich mit 262,87 Punkten die höchste Gesamtpunktzahl aller Sprint-Vierkämpfer des Tages. Im Vierkampf überzeugte erneut der Nachwuchs. Enya Mittelstädt und Sansa gewannen die Altersklasse 11 weiblich im Vierkampf 2 mit starken 273,69 Punkten. Auch Lara Marie Pichl zeigte mit Caja eine hervorragende Leistung und erreichte 261,71 Punkte. Besonders bemerkenswert waren die Ergebnisse in der Unterordnung. Sowohl Enya Mittelstädt als auch Lara Marie Pichl erhielten ausgezeichnete 59 Punkte. Die Tagesbestleistung in der Unterordnung erzielte Anja Pritzkow mit Maddoxx, die für ihre harmonische und präzise Vorführung die Höchstwertung von 60 Punkten erhielt. Auch das Hindernislaufturnier zeigte, dass der Nachwuchs im Landesverband hervorragend aufgestellt ist. Lara Marie Pichl gewann mit Caja ihre Altersklasse und bewies ebenso wie viele andere Jugendliche, dass die Zukunft des Turnierhundsports in Berlin-Brandenburg in guten Händen liegt. Spannend wurde es nach der Mittagspause beim CSC. Vier Mannschaften und zwei Starter im Einzel CSC kämpften um jede Zehntelsekunde. Besonders bemerkenswert war dabei die Mannschaft „Kreuzberger Kurvenjäger“. Kurz vor dem Wettbewerb musste das Team den verletzungsbedingten Ausfall von Anett Eberhardt-Vogel verkraften. Dank des kurzfristigen Einspringens von René Franke blieb die Mannschaft jedoch startfähig. Der CSC entwickelte sich zu einem echten Krimi. Die Mannschaft der Flying Dogs setzte sich am Ende mit einer Gesamtzeit von 80,26 Sekunden knapp vor den Kreuzberger Kurvenjägern mit 81,22 Sekunden durch. Lediglich 1,04 Sekunden trennten beide Teams nach zwei Läufen. Platz drei ging an die Mannschaft „Kinners wie die Zeit vergeht“, gefolgt von der „Bunten Mischung“. Die Landesverbandsmeisterschaft 2026 zeigte einmal mehr die große Bandbreite des Turnierhundsports. Vom engagierten Nachwuchs bis zu erfahrenen Bundessiegern und Teilnehmern nationaler Meisterschaften waren alle Generationen vertreten. Sportliche Höchstleistungen, faire Wettkämpfe, großer Teamgeist und die hervorragende Organisation des MV Neukölln-Kreuzberg sorgten für einen rundum gelungenen Meisterschaftstag.
Ein herzlicher Dank gilt dem Ausrichter MV Neukölln-Kreuzberg e.V., Leistungsrichter Michael Gensrich, der Prüfungsleitung, allen Helferinnen und Helfern sowie den zahlreichen Unterstützern im Hintergrund. Ohne ihr Engagement wären Veranstaltungen dieser Größenordnung nicht möglich. Das vielleicht beeindruckendste Ergebnis des Tages fand sich am Ende gar nicht in einer einzelnen Ergebnisliste. Insgesamt 15 Sportlerinnen und Sportler erreichten die Qualifikationsnorm für die DVG Bundessiegerprüfung 2026 – so viele wie seit Jahren nicht mehr. Dieses Ergebnis spricht für die hohe Leistungsdichte im Landesverband ebenso wie für die engagierte Arbeit in den Vereinen. Die Chancen stehen gut, dass die Farben Berlin-Brandenburgs auch bei den kommenden überregionalen Meisterschaften wieder zahlreich und erfolgreich vertreten sein werden.
Bericht aus Berlin: I. Kühne und Michael Frank























